Städtisches Abendgymnasium München - für aufgeweckte Leute
Das Gymnasium AG Anmeldung AG Verwaltung AG SMV Ehemalige
Der Freundeskreis Schulisches Leben Aktuelles Berichte  
SCHULISCHES LEBEN
Wichtige Termine im Schuljahr 2018/19
 

Was können wir verbessern?
Fehlt eine wichtige Nachricht?
Geben Sie uns Bescheid!

DAS LEBEN IM UND MIT DEM ABENDGYMNASIUM

Schulisches Leben am AG
Das gesamte schulische Leben am AG zu beschreiben ist sicher nicht einfach, da jeder das AG anders erlebt. Deswegen können hier nur Teilansichten zum Thema gegeben werden.

Schulträger
Der Schulbesuch und die meisten Schulbücher sind kostenlos. Das verdanken wir der Großzügigkeit der Landeshauptstadt München, die das Abendgymnasium als freiwillige Dienstleistung für ihre Bürger anbietet. Das Münchner AG ist das einzige in Bayern, das von einem öffentlichen Träger unterhalten wird.

Anforderungen
Wer meint, das Abitur mal so schnell zwischen Job und Kneipe mitnehmen zu können, wird bald scheitern. Das AG verlangt vollen Einsatz und Verzicht auf Freizeit und gewohnte Wochenendzerstreuungen. Das erklärt sich einfach damit, dass man nach Arbeit und Schule gerade noch Zeit hat, die Post zu öffnen, die dringendsten Telefonate zu erledigen (falls die Freunde noch auf sind) und ein Bier vor dem Zubettgehen zu trinken. Die Lern- und Übungsarbeit füllt dann das Wochenende aus. Nicht jeder ist intellektuell den Anforderungen des Abiturs gewachsen. Gute Auffassungsgabe, ein funktionierendes Gedächtnis, rationelles Arbeitsvermögen und Verständnis für Zusammenhänge sind Grundvoraussetzungen. Wer sich für ein unverstandenes Genie hält und meint, das AG würde ihm das in Form eines Abiturzeugnisses ohne weitere Bemühungen bestätigen, hat keine Chance.

Schülerrolle
Erstaunlicherweise haben nur ganz wenige Erwachsene Probleme, sich nach langen Jahren wieder in die Rolle als Schüler hinein zu finden. Manche empfinden das sogar als angenehm, wenn sie durch Unterricht und Aufgabenstellung der Lehrer in Richtung Abitur geführt werden. Manche Studierende beobachten mit Erstaunen an sich selbst, dass sie wieder in das Schülerverhalten wie in Kindheit und Jugend zurückfallen. Neue Lehrer am AG müssen sich daran gewöhnen, dass die Studierenden am AG viel motivierter als Schüler an den Tagesschulen sind und freiwillig lernen, ja sogar nach zusätzlichen Haus- oder Übungsaufgaben fragen. Es gibt zwar gelegentlich Rivalitäten und Cliquenbildung in Klassen, doch sind das eher Ausnahmeerscheinungen. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung sind am AG viel intensiver als an den Tagesschulen.

Wer besucht das AG?
Man findet am AG so unterschiedliche Charaktere wie im normalen Leben auch. Die Jüngsten sind 17, die ältesten manchmal sechzig (die sind oft die besten). Die häufigste Altersgruppe ist die von 25-30. Wer an das AG kommt, hat aus verschiedenen Gründen den normalen Schulbesuch verpasst. Das kann sein, dass einem als Jugendlicher die "sittliche Reife" gefehlt hat, wie der Pauker in der "Feuerzangenbowle" sagen würde, oder dass einem einfach die Lust aufs Lernen gefehlt hat, und Clubs, Klamotten, Fußball, Flirten und anderer Freizeitspaß trotz vorhandener Begabung wichtiger waren. Schulabbrecher von Gymnasien stellen einen großen Teil der Studierenden am AG. Der Anteil der Studierenden mit Mittlerer Reife ist wohl der größte. Doch auch Absolventen der Hauptschule schaffen gewöhnlich in glattem Durchmarsch das AG, obwohl es für sie hart ist, sich mit zwei Fremdsprachen gleichzeitig herumzuschlagen. Oft kann eine Leere im Leben, bedingt durch eintönige Arbeit, den Weg in die Schule bereitet haben. Manchmal ist es auch die Unzufriedenheit mit dem gewählten Beruf, der jemanden auf das AG treibt. So erklärt sich vielleicht der hohe Anteil an Krankenschwestern.
In den letzten Jahren hatten wir mehrfach Kinder von AG-Absolventen an der Schule: einen Sohn eines Ehemaligen, und drei Töchter von drei Abiturientinnen unserer Schule. Wir warten auf den ersten Fall einer dritten Generation.

Après-School
Am Abendgymnasium wird natürlich nicht nur gepaukt und gebüffelt, das AG ist auch eine Begegnungsstätte von Menschen, die das gleiche Ziel anstreben und auf der gleichen Wellenlänge liegen. Viele neue, oft lebenslange, Freundschaften werden geschlossen. Jedes Jahr gibt es mindestens drei größere Schulfeste, deren Termine hier zu finden sind. Die Kneipen rund um das AG z.B. die beiden Italiener (gegenüber der Schule sowie an der S-Bahn Giesing) sind nach neun Uhr oft gut mit AGlern besetzt. Auch das Lokal im alten Giesinger Bahnhof und die italienische Eisdiele direkt neben der Schule ziehen viele Studierende an.

Der Unterricht
Am AG hat man alle Fächer wie an den Tagesgymnasien außer Kunst, Musik und Sport. Der Unterricht beginnt um 17.10 bei Viertagesklassen oder um 17.55 bei Fünftagesklassen (nur im Vorkurs und in der 1. Klasse bei genügend Anmeldungen). Da man in vier Jahren den Stoff von sonst acht Jahren durchnehmen muss, ist das Tempo straffer. Der Unterricht läuft jedoch viel geordneter ab als an manchen Tagesschulen. Die Lehrer brauchen sich nicht mit Flegeln oder Zicken herumzuärgern und können sich voll auf das Unterrichten konzentrieren. Da es keine Disziplinprobleme gibt, ist die allgemeine Aufmerksamkeit größer und die Lernatmosphäre viel günstiger. Nach 21.05 Uhr werden noch Wahlunterrichte (z.B. Sprachen wie Italienisch oder Spanisch, Joga o.ä.) angeboten. Der Freundeskreis bietet zusammen mit dem AG Vorträge zu wissenschaftlichen und künstlerischen Themen an. Essen und Trinken im Unterricht werden toleriert, wenn der Unterricht nicht gestört wird und der/die Studierende zwischen Arbeit und Schulbeginn keine Zeit hatte, etwas zu essen. Das Rauchen ist nur außerhalb des Schulgebäudes erlaubt.

Stress am AG
Der Stress am AG kann sehr groß sein, hängt aber sehr von den Umständen des Schulbesuchs ab. Wer einen langen Anfahrtsweg hat (manche Studierende reisen aus Entfernungen von 90 km an) hat von vorne herein mehr Stress als jemand, der halbtags arbeitet und in München wohnt. Auch die Art der Arbeit spielt natürlich eine große Rolle. Normalerweise ist man nach einem Arbeitstag erholungsbedürftig, und es erfordert schon viel Energie, in fünf Schulstunden Konzentration aufzubringen. Gelegentlich döst jemand im Unterricht ein, was nicht immer am Lehrer liegen muss. Naturgemäß ist der Stress in Zeiten von Schulaufgaben und Klausuren am größten.
Hilfreich: Einkäufe können zwischen Arbeit und Schule im Lebensmitteldiscounter gegenüber oder in den beiden Supermärkten am Giesinger Bahnhof erledigt werden.

Gymnasiale Oberstufe und Abitur
Am Abendgymnasium schreibt man das gleiche Abitur wie an den Tagesgymnasien, auch die Gymnasiale Oberstufe (ehemals Kollegstufe, jetzt 2. und 3. Jahrgangsstufe) ist die gleiche, nur dass man keine Facharbeit zu schreiben braucht. Während des schriftlichen Abiturs, das natürlich vormittags geschrieben wird, sowie der beiden Colloquiumsprüfungen am Nachmittag muss man Urlaub nehmen. Das Abiturzeugnis bekommt man am gleichen Tag wie die Schüler an den Tagesgymnasien. Traditionell findet eine Feier mit anschließender Party in der Schule statt, die nie vor dem Morgengrauen endet. Nicht wenige vermissen das AG und die freundschaftliche Atmosphäre, die einem bei allem Stress Stütze gegeben hat. Bei jeder Abiturfeier mischen sich Abschiedstränen in die Freude über das bestandene Abitur.

Tipps für den Schulerfolg
Am wichtigsten ist der regelmäßige Schulbesuch und intensive Mitarbeit im Unterricht, was einem Lernarbeit zu Hause erspart. Zusammenarbeit mit Mitschülern und Arbeitsgemeinschaften können hilfreich sein. Auf keinen Fall sollte man Schulaufgaben oder Klausuren versäumen und sich auf Nachschriften verlassen. Das geht meistens schief. Keine Lücken im Lehrstoff entstehen lassen! Am AG gibt es keine Ruhephasen zum Wiederholen und Wiederkäuen des Stoffes. Das gilt besonders für die zweite Fremdsprache. Das Fach Englisch soll man nicht unterschätzen. Das Niveau im Englischabitur ist in Bayern sehr hoch. Wer im Urlaub erfolgreich eine Cola auf Englisch bestellt hat, kann noch lange kein gutes Englisch, wie es am AG verlangt wird. Mathematik ist in vielen Fällen eine Übungssache. Gezieltes Üben von Rechnungsarten, die einem schwer fallen, kann einem weiter helfen, wenn man auch nicht genau weiß, worum es geht. Besonders für Studierende mit Migrationshintergrund gilt, dass perfekte Deutschkenntnisse in Wort und Schrift Voraussetzung für den erfolgreichen Besuch des AG sind. Bei diesen Studierenden, die zu Hause oder in ihrer sonstigen Umgebung ihre Muttersprache benützen, muss man oft feststellen, dass sie zwar die deutsche Umgangssprache gut beherrschen, aber in Schwierigkeiten kommen, wenn sie die deutsche Schriftsprache bei der Arbeit mit Texten, insbesondere in Deutschaufsätzen, anwenden müssen. Es hilft, wenn man vor Beginn des Schulbesuchs gute Literatur und anspruchsvolle Zeitungen oder Zeitschriften liest. Auch der Zusatzkurs "Deutsch als Zweitsprache", den die Schule anbietet, hilft sehr gut, Defizite auszugleichen. Nicht vorschnell aufgeben! Besonders in der 1. Klasse hören viele unnötigerweise auf. Das Ziel, das Abitur, ist noch weit weg, und das Schuljahr zieht sich hin. Manche haben schon bereut, in der ersten Klasse aufgegeben zu haben und sind dann später wieder gekommen, haben aber ein Jahr oder mehr verloren. Schließlich hat man schon ein Jahr in das Abitur investiert. Die erste Klasse ist ein wichtiges Fundament für die Gymnasiale Oberstufe. Der Übergang von der ersten Klasse zur Gymnasialen Oberstufe (2. und 3. Klasse) erscheint oft brutal, muss es aber nicht sein. Alle Noten ab der 2. Klasse zählen zur Abiturzulassung. Eine bestimmte Anzahl von Halbjahresleistungen der 2. und 3. Klasse ergibt zusammen mit dem Ergebnis der Abiturprüfung die Gesamtqualifikation. Man kann sich also ein gutes Polster zulegen und so das Risiko des Abiturs selbst verkleinern.

Der Kindergarten: Während der Unterrichtszeit können Eltern ihre Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren (nach Rücksprache auch ältere Kinder) im schuleigenen Kindergarten nach Anmeldung beaufsichtigen lassen. Der Kindergarten schließt um 21.05 Uhr. Die Stadt München trägt die Kosten für die Beaufsichtigung der Kinder. Der Freundeskreis des Abendgymnasiums organisiert die Kinderbetreuung.

Wozu Abitur am AG?
In erster Linie eröffnet das AG den Zugang zur Hochschule. Doch nicht alle Abiturienten studieren auch. Im öffentlichen Dienst kann man sich mit einem Abitur neue berufliche Chancen eröffnen. Einige wollen sich auch nur beweisen, dass sie den Anforderungen des Abiturs genügen. Viele Personalchefs stellen Bewerber mit AG-Abitur gerne ein, da sie bewiesen haben, dass sie hart arbeiten können und zielstrebig sind. An der Universität wird man bei gesperrten Fächern bevorzugt berücksichtigt. 
Prominente ehemalige Abendgymnasiasten sind z.B. der ehem. Bundeskanzler Schröder, der ehem. Arbeitsminister Norbert Blüm, der ehem. Vorstand von Mercedes Jürgen Schrempp und der ehem. bayrische Finanzminister Erwin Huber, der an unserem AG sein Abitur machte.

Scheitern am AG
Es ist kein Geheimnis, dass drei Viertel der Studierenden am AG das Abitur nicht schaffen. Das heißt nicht, dass sie im Abitur durchfallen, sondern sie geben vorher auf. Im Abitur selbst fallen nur wenige durch, langjährig unter fünf Prozent. Die Gründe für das Scheitern sind verschieden. Als Erste hören die auf, oft schon nach einer oder zwei Wochen, die meinen, das AG sei eine gemütliche Plauderrunde, wo man seinen Freundeskreis erweitern kann. Andere kommen nicht in den Lernrhythmus, oder ein wichtiges Fach bereitet unüberwindliche Probleme. Tragisch sind solche Fälle, in denen begabte und erfolgreiche Studierende das AG aufgeben müssen, weil der Lebenspartner ein Ultimatum stellt: entweder Schule oder ich, oder wenn der Arbeitgeber gegen einen Schulbesuch ist und gezielt Überstunden nach 17 Uhr verlangt.

Copyright 2000-2018 by abendgymnasium.info - Alle Rechte vorbehalten - Stand 17.09.2018
Impressum | Kontakt